Wie näht man einen guten Saum von Hand?

Wie säumt man von Hand?

Zusamenfassend

Zum Säumen von Hand benötigt man weder Maschinen noch fortgeschrittene Kenntnisse: ein paar gut ausgewählte Werkzeuge genügen.
✓ Vor dem Nähen genau abmessen, abstecken und bügeln macht den entscheidenden Unterschied für das Endergebnis.
✓ Der Blindstich eignet sich ideal für einen unsichtbaren Saum an einem Kleid oder Rock, der Vorstich ist besser für Hosen geeignet.
✓ Die Technik wird an den jeweiligen Stoff angepasst: Seide, Denim und Jersey werden nicht auf die gleiche Weise genäht.
✓ Ein handgenähter Saum lässt sich auch im Notfall leicht reparieren und liefert ein sauberes und dauerhaftes Ergebnis.

🧵 Handlicher Saumrechner

Berechnen Sie die benötigte Fadenlänge, die Anzahl der Stiche und die geschätzte Zeit zum Nähen Ihres Saums.

Vollständiger Umfang des Kleidungsstücks
In der Regel 2 bis 4 cm

Materialien, die zum Nähen eines Saums von Hand benötigt werden

Materialien, die zum Nähen eines Saums von Hand benötigt werden

Zu wissen, wie man seine Kleidung selbst anpasst , ist eine wertvolle Fähigkeit: Selbst in der Haute Couture wird das Säumen von Hand bei Kleidern bevorzugt, da es im Gegensatz zum Maschinensaum selbst bei korrekter Anpassung keine sichtbaren Nahtspuren auf der rechten Seite hinterlässt.

Gute Nachricht: Säumen ohne Nähmaschine erfordert kein professionelles Nähset.

Ein paar grundlegende Dinge, die man in jedem Kurzwarenladen oder Supermarkt findet, reichen völlig aus. Entscheidend ist, von Anfang an die richtigen Werkzeuge auszuwählen!

Ein schlechter Faden oder eine ungeeignete Nadel, und die Arbeit verdoppelt sich, mit einem oft weniger sauberen Ergebnis.

Welche Nadel und welchen Faden soll ich wählen?

Bei der Wahl von Nadel und Faden für einen Handsaumkommt es hauptsächlich auf den zu nähenden Stoff an.

empfiehlt sich klassische Nähnadel der Größe 7 oder 8, die weder zu groß (sonst würden sichtbare Löcher entstehen) noch zu dünn (sonst bricht sie leichter) ist.

Bei dicken Stoffen wie Denim gehen wir bis Größe 5 oder 6.

Bei der Wahl des Nähgarns gilt eine einfache Regel: Das Garn sollte farblich zum Stoff passen. Ein etwas dunkleres Garn ist weniger sichtbar als ein zu helles. Je nach Stoffart eignet sich Polyester- oder Baumwollgarn.

Polyestergarn ist haltbarer und für die meisten Alltagskleidungsstücke geeignet. Schneiden Sie ein etwa 50 cm langes Stück Garn ab: Ist es zu kurz, müssen Sie es oft neu verknoten; ist es zu lang, verheddert es sich.

Ein hilfreicher Tipp zur Wahl der richtigen Größe: Auf einer Nadelpackung ist die Nummerierung umgekehrt, als man vielleicht vermuten würde; je höher die Zahl, desto feiner die Nadel. Eine Nadel der Größe 10 ist daher feiner als eine der Größe 5.

Weitere unverzichtbare Werkzeuge

Neben Nadel und Faden benötigen Sie Folgendes:

  • Ein flexibles Maßband : zum Messen der genauen Saumlänge, die hinzugefügt werden soll, insbesondere bei Hosen oder Kleidern.
  • Stecknadeln : Diese halten die Falte beim Nähen an Ort und Stelle. Verwenden Sie alle 5 bis 8 cm eine Stecknadel für ausreichenden Halt.
  • Stoffschere : Ein scharfes Modell, speziell für Stoffe entwickelt, schneidet sauber und ohne die Kante zu beschädigen. Verwenden Sie niemals Papierscheren, da diese schneller stumpf werden und den Schnitt beschädigen.
  • Ein Bügeleisen : Das Bügeln der Falte vor dem Nähen ist vielleicht der am meisten unterschätzte Schritt. Es glättet den Stoff und sorgt für eine gleichmäßige Naht.
  • Schneiderkreide oder ein wasserlöslicher Stift : um die Saumhöhe auf dem Stoff zu markieren, ohne eine dauerhafte Markierung zu hinterlassen.
📌 Zu erledigen

Bevor Sie beginnen, legen Sie alle Materialien auf einer gut beleuchteten Fläche bereit. Gutes Licht verhindert Fingerstiche und schiefe Stiche.

Wie bereitet man den Saum vor dem Nähen vor?

So bereiten Sie Ihren Saum vor dem Nähen vor

Die Vorbereitung ist das A und O. Ein schlecht vorbereiteter Saum führt zu einem ungleichmäßigen Ergebnis, selbst wenn die Nähte perfekt ausgeführt sind.

Nehmen Sie sich in dieser Phase fünf Minuten mehr Zeit, und Sie werden am Ende mit Sicherheit zehn Minuten gewonnen haben!

Messen und markieren Sie die richtige Länge

Ziehen Sie das Kleidungsstück an (oder lassen Sie die betreffende Person es anprobieren) und stellen Sie sich dann vor einen Ganzkörperspiegel.

Messen Sie mit einem Maßband den Abstand zwischen dem unteren Rand des aktuellen Stoffs und der gewünschten Höhe. Markieren Sie die Stelle rundherum mit Schneiderkreide und stecken Sie dabei Stecknadeln ein.

Um Hosenbeine von Hand zu kürzen, prüfen Sie vor dem Abschneiden, ob beide Hosenbeine gleich lang sind. Geben Sie vor dem Schneiden immer 2 bis 3 cm für den Saum hinzu.

Die Falte feststecken und andrücken, um ein sauberes Ergebnis zu erzielen

Sobald die Linie markiert ist, falten Sie den Stoff nach innen bis zur gewünschten Höhe. Stecken Sie die Stecknadeln alle 5 bis 8 cm senkrecht zur Falte fest.

Als Nächstes bügeln Sie mit mäßigem Druck über diese Falte: Der Stoff "merkt" sich die Position.

Dieser Schritt verändert das Endergebnis grundlegend : Ohne Bügeln gleitet der Stoff unter die Nadel und der Saum verläuft schräg.

Fehler, die vor dem Start vermieden werden sollten

⚠️ Aufmerksamkeit

Den Stoff niemals zuschneiden, bevor man das Kleidungsstück festgesteckt und ein zweites Mal anprobiert hat. Was flach liegend gut aussieht, muss nicht immer am Körper glatt anliegen.

  • Ziehen Sie beim Feststecken nicht am Stoff, da dies die Falte verzerrt.
  • Lassen Sie das Bügeln nicht aus, auch wenn Sie es eilig haben.
  • Lassen Sie keinen zu geringen Rand: Bei weniger als 1,5 cm kann der Stoff ausfransen.
  • Vermeiden Sie es, mit einem gewöhnlichen Kugelschreiber zu markieren, da der Fleck beim Waschen wieder sichtbar werden könnte.

Stiche zum Handnähen eines Saums

Stiche zum Handnähen eines Saums

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Saum von Hand zu nähen. Die Wahl des Stiches hängt vom gewünschten Ergebnis (sichtbar oder unsichtbar), dem Stoff und der erforderlichen Festigkeit ab.

Hier sind die drei nützlichsten Techniken für Anfänger.

Der Überwendlichstich für einen unsichtbaren Saum

Der handgenähte Saum ist die bevorzugte Technik für ein dezentes Finish. Er eignet sich besonders gut für Kleider, Röcke und Anzughosen.

Die Idee ist einfach: Die Nadel geht nicht vollständig durch den sichtbaren Stoff, sondern erfasst nur ein oder zwei Fäden an der Oberfläche, sodass die Stiche auf dem Kleidungsstück praktisch unsichtbar sind.

So geht's:

  • Den Saum nach innen umschlagen.
  • Stechen Sie die Nadel in die Dicke der gefalteten Falte ein und fassen Sie dann nur einen Faden des Hauptstoffs auf der rechten Seite.
  • 5 bis 8 mm vorwärts und wiederholen.
  • Die Fadenspannung sollte gering bleiben, da ein zu straff gespannter Faden die Stoffoberfläche wellig macht.

Der Überwendlichstich ist das große Geheimnis der Schneiderinnen für einen unsichtbaren Saum an Kleidern und Röcken. Von vorne sieht man nichts. Aus der Nähe betrachtet ist es wie Magie.

Die vordere Naht sorgt für einen stabilen Saum

Der vordere Stich, der bei provisorischer Verwendung auch Heftstich genannt wird, ist am einfachsten zu erlernen.

Die Nadel gleitet abwechselnd in einer geraden Linie über und unter den Stoff, wie ein gepunkteter Strich.

Es ist zwar nicht die diskreteste Lösung, aber die robusteste und am schnellsten auszuführende.

Es eignet sich perfekt für:

  • Hosen aus dickem Stoff, bei denen Diskretion weniger wichtig ist.
  • Kleidung, die in Innenräumen getragen wird oder nicht sichtbar ist (Futter, Arbeitskleidung).
  • Anfänger lernen, ein gleichmäßiges Tempo beizubehalten.

Die Stiche sollten 4 bis 6 mm voneinander entfernt sein. Achten Sie auf gleichmäßige Fadenspannung, um ein Kräuseln zu vermeiden. Dieser Stich eignet sich gut für die Frage „ Welchen Stich sollte man für einen Saum verwenden ?“, wenn Haltbarkeit im Vordergrund steht.

Die Overlocknaht zum Versäubern der Kanten

Der Handoverlockstich dient nicht dazu, den Saum selbst zu sichern, sondern um das Ausfransen der Stoffkante zu verhindern. Er wird an der Schnittkante, vor oder nach dem Falten des Stoffes, ausgeführt.

Die Nadel gleitet diagonal über den Rand und bildet dabei eine Reihe kleiner, regelmäßiger Schlaufen.

Dies ist besonders nützlich bei:

  • Stoffe, die leicht ausfransen (gewebte Baumwolle, Leinen).
  • Säume, wenn man keine Overlock-Maschine hat.
Gute Idee

Kombiniert man den Overlockstich an der Kante mit einem Blindstich zum Sichern des Saums, erhält man ein sauberes und haltbares Ergebnis, selbst bei empfindlichen Stoffen.

PunktRenderingIdeal fürSchwierigkeit
KettstichUnsichtbarKleid, Rock, AnzughoseDurchschnitt
Vorne zeigenSichtbarDicke Hosen für den täglichen GebrauchEinfach
OverlockstichSichere KanteRohkanten-FinishEinfach

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nähen Ihres Saums

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nähen Ihres Saums

Sie haben Ihr Kleidungsstück vorbereitet, die Stichart ausgewählt. Jetzt kann es losgehen.

Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen Saum von Hand nähen – von Anfang bis Ende

Fädeln Sie den Faden in die Nadel ein und binden Sie einen festen Knoten

Schneide ein Stück Draht von etwa 45 bis 50 cm Länge ab.

Fädeln Sie den Faden in die Nadel ein und ziehen Sie etwa ein Drittel davon auf einer Seite durch. Verwenden Sie den Faden nicht doppelt, es sei denn, der Stoff ist sehr dick: Ein einfacher Faden genügt und gleitet leichter.

Um den Knoten zu binden, wickeln Sie den Faden zweimal um Ihren Zeigefinger, schieben Sie die Schlaufe zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehen Sie vorsichtig daran.

Der Knoten sollte fest, aber nicht zu groß sein : Ist er zu groß, besteht die Gefahr, dass er durch den Stoff rutscht oder eine sichtbare Beule bildet.

Testen Sie es, indem Sie vorsichtig am Faden ziehen.

Wie kann man beim Nähen des Stoffes stetige Fortschritte erzielen?

Stechen Sie die Nadel zunächst von der Innenseite des Kleidungsstücks ein, um den Knoten im Stoff zu verbergen. Fahren Sie dann mit dem von Ihnen gewählten Stich fort und achten Sie dabei auf einen gleichmäßigen Abstand zwischen den einzelnen Stichen.

Beständigkeit ist wichtiger als Geschwindigkeit.

Legen Sie das Kleidungsstück auf eine ebene Fläche, anstatt es in der Luft zu halten, um die Bewegung besser kontrollieren zu können.

Überprüfen Sie alle 10 bis 15 cm auf der rechten Seite, ob die Stiche noch deutlich sichtbar sind. Falls der Faden zu deutlich zu erkennen ist, lockern Sie die Fadenspannung etwas.

Den Faden sauber und ohne sichtbare Knoten zu Ende führen

Wenn Sie sich dem Ende nähern oder der Faden zu kurz wird, müssen Sie die Arbeit sichern.

Machen Sie außen keinen großen Knoten. Führen Sie die Nadel stattdessen zweimal durch die letzte Masche, sodass eine kleine Schlaufe entsteht. Schieben Sie die Nadel dann durch diese Schlaufe, bevor Sie den Faden festziehen.

Wiederholen Sie den Vorgang ein zweites Mal, um die Sicherung zu gewährleisten.

Als Nächstes fädeln Sie den Faden zwei Zentimeter lang unter einige bereits vorhandene Punkte und schneiden ihn dicht am Rand ab: Der Faden verschwindet im Saum, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Den fertigen Saum prüfen und bügeln

Sobald die Näharbeit abgeschlossen ist, entfernen Sie die restlichen Stecknadeln. Wenden Sie das Kleidungsstück auf rechts und legen Sie es flach hin. Prüfen Sie, ob der Saum gleichmäßig ist: Falls er leicht wellig ist, lässt sich dies oft durch Bügeln beheben.

Bei empfindlichen Stoffen die innere Saumkante mit einem feuchten Tuch bügeln.

Die Festigkeit lässt sich prüfen , indem man an mehreren Stellen vorsichtig am Saum zieht.

Sollte sich eine Naht lösen, reparieren Sie diese sofort, bevor Sie das Kleidungsstück tragen.

✅ Vorteile
  • Keine Maschine erforderlich
  • Unsichtbares Ergebnis mit der Kettmasche möglich
  • Diese Technik gelingt schon beim ersten Versuch
  • Leicht reparierbar und einstellbar
  • Geeignet für nahezu alle Arten von Kleidung
❌ Nachteile
  • Langsamer als eine Nähmaschine
  • Erfordert Regelmäßigkeit und Konzentration
  • Weniger haltbar in stark beanspruchten Bereichen
  • Das Ergebnis hängt stark von der Vorbereitung ab

Passen Sie die Technik dem Stoff an

Passen Sie die Technik dem Stoff an

Nicht alle Stoffe verhalten sich beim Nähen gleich. Die Handsaumtechnik muss dem Material angepasst werden: Was bei dicker Baumwolle funktioniert, kann leichte Seide beschädigen.

So passen Sie Ihre Vorgehensweise an.

Säumen von feinen Stoffen wie Seide oder Voile

Dünne Stoffe sind beim Säumen am empfindlichsten. Sie rutschen, dehnen sich und reißen leicht, wenn die Nadel zu groß ist.

Verwenden Sie eine feine Nadel der Größe 9 oder 10 und einen sehr feinen Seiden- oder Polyesterfaden, der zum Stoff passt.

Arbeiten Sie langsam und legen Sie den Stoff flach auf eine glatte Unterlage. Der Überwendlichstich ist hier ideal: Er minimiert die Anzahl der Nadelstiche durch den sichtbaren Stoff.

Für eine höhere Festigkeit dieser leichten Materialien sollten kleinere Stiche (3 bis 4 mm) verwendet werden.

Jeans oder dicken Stoff säumen

Um einen Saum an Jeans von Hand zu nähen, muss man etwas mehr Kraft aufwenden.

Wählen Sie eine stabile Nadel der Größe 5 oder 6 und ein starkes Polyestergarn, vorzugsweise in einer Farbe, die dem Originalgarn der Jeans möglichst nahe kommt.

Der Vorstich ist hier besser geeignet als der Blindstich, da der Stoff zu dick ist, um nur einen Faden an der Oberfläche zu fassen.

Verwenden Sie einen Fingerhut, um Ihren Finger zu schützen, und führen Sie die Nadel ohne übermäßigen Kraftaufwand ein.

Ziehen Sie den Draht mit etwas stärkerer Spannung als üblich.

Einen Saum an dehnbarem Jersey-Stoff nähen

Jersey ist der Stoff, aus dem Stretch-T-Shirts und -Kleider gefertigt werden. Seine größte Herausforderung: Er dehnt sich. Herkömmliches Garn reißt wahrscheinlich, sobald sich der Stoff bewegt. Verwenden Sie daher elastisches Garn oder leicht gezwirntes Polyestergarn, das dehnbar ist.

Nähen Sie mit einem Vorstich und lassen Sie jeden Stich etwas locker, denn wenn er zu fest ist, reißt er schon bei der ersten Bewegung.

Eine weitere Möglichkeit: Falten Sie die Kante nur einmal (nicht zweimal), um die Dicke zu begrenzen, und nähen Sie mit Punkten im Abstand von etwa 6 bis 7 mm.

⚠️ Aufmerksamkeit

Beim Nähen von Jersey-Stoff darf man niemals daran ziehen. Nähen Sie den Stoff entspannt in seiner natürlichen Position; andernfalls wirft der Saum beim Loslassen Falten.

Einige praktische Fragen

Praktische Fragen zum Handsäumen
Wie lange dauert das Säumen von Hand?

Die benötigte Zeit variiert je nach Saumlänge, Stoffart und Ihrer Erfahrung. Für einen einfachen Hosensaum mit einem Vorstich sollten Sie 20 bis 40 Minuten . Ein Kleid mit einem Rundsaum im Hebestich kann eine Stunde oder länger dauern. Anfänger benötigen anfangs naturgemäß länger, was völlig normal ist: Geschicklichkeit erwirbt man vor allem durch Übung. Mit der Zeit wird die Bewegung automatisch und die Geschwindigkeit nimmt zu. Wichtig ist, dass Sie sich bei den ersten Versuchen Zeit lassen.

Wie kann man einen gerissenen Saum schnell reparieren?

Das Reparieren eines gerissenen Saums von Hand ist oft einfacher als das Erneuern der gesamten Naht. Schauen Sie sich zunächst an, wo der Saum aufgegangen ist: Meistens ist nur eine einzelne Naht gerissen und hat die anderen mitgerissen. Falten Sie den Stoff genau so zurück, wie er war, stecken Sie die beschädigte Stelle fest und nähen Sie sie wieder zu. Beginnen Sie zwei oder drei Stiche vor dem Beginn der offenen Naht, um diese zu sichern. Verwenden Sie nach Möglichkeit die gleiche Stichart wie beim ursprünglichen Saum. Schließen Sie die Naht mit einem doppelten Fadendurchgang ab, wie in der Anleitung beschrieben.

Kann ein provisorischer Saum von Hand angefertigt werden?

Ja, und es wird sogar empfohlen, vor dem endgültigen Säumen einen provisorischen Saum von Hand mit Heftstichen zu nähen: lange Stiche im Abstand von 1 bis 2 cm, mit einem andersfarbigen Garn zur besseren Unterscheidung. Dieser provisorische Stich hält die Falte während der endgültigen Anprobe an Ort und Stelle. Wenn die Länge stimmt, nähen Sie über den endgültigen Saum und ziehen dann den Heftfaden vorsichtig heraus. Dies ist die sicherste Methode, um einen schiefen Saum zu vermeiden.

Welches Garn sollte ich zum Säumen von dunklem Stoff verwenden?

Bei dunklen Stoffen wählen Sie ein Garn, das etwas dunkler als der Stoff ist, anstatt eines exakt passenden. Ein zu helles Garn fällt sofort auf, besonders bei einem Hebestich. Kurzwarenläden bieten Garn auf Spulen in vielen Farbtönen an; nehmen Sie ein Stoffreststück mit und vergleichen Sie die Farbtöne bei Tageslicht, das zuverlässiger ist als die künstliche Beleuchtung im Laden. Falls Sie nicht die exakt passende Farbe finden, eignet sich schwarzes Garn für die meisten marineblauen, dunkelgrauen und dunkelbraunen Stoffe.

Hält ein handgenähter Saum genauso gut wie ein maschinengenähter Saum?

Ein sorgfältig von Hand genähter Saum kann jahrelang halten, besonders bei Kleidungsstücken, die nicht oft getragen werden, wie Abendkleidern oder Anzughosen. An Stellen, die starker Beanspruchung ausgesetzt sind, wie beispielsweise dem Saum einer täglich getragenen Jeans, ist ein maschinell genähter Saum in der Regel haltbarer. Dennoch ist ein gut ausgeführter Handsaum für den täglichen Gebrauch ausreichend stabil. Auch die Pflege ist einfacher: Löst sich eine Naht, kann sie einfach mit wenigen Stichen verstärkt werden, ohne die gesamte Naht auftrennen zu müssen.

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