Schutzhandschuhe für Arbeit und Heimwerken: Wie wählt man sie je nach Risiko aus?

Schutzhandschuhe für Arbeits- und Heimwerkerrisiken

jedes Jahr fast 30 % aller Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfall auf Verletzungen der Hände zurückzuführen (Quelle: INRS). Doch in der Garage oder im Garten greifen wir einfach zu den erstbesten Handschuhen oder, noch schlimmer, wir tragen gar keine!

Material, Dicke, Widerstandsfähigkeit: Handschuhe auswählen können die für Ihre Arbeits- und Heimwerkerprojekte geeigneten

1. Für welche Aufgaben benötigt man wirklich Handschuhe?

Es kommt ganz auf das tatsächliche Risiko an. Leichtes Schleifen erfordert nicht dieselbe Ausrüstung wie das Schneiden mit einem Universalmesser oder der Umgang mit Chemikalien.

Drei häufige Situationen zu Hause:

  • Schnittarbeiten Garten- : Schnittverletzungen an Stängeln, Dornen, scharfe Werkzeuge – mittleres bis hohes mechanisches Verletzungsrisiko
  • Heimwerkerarbeiten (Möbelmontage, Schrauben, Bohren): Abrieb, Hitze, scharfe Kanten – geringes bis mittleres Risiko
  • Holzbearbeitungsarbeiten Maler- : längerer Kontakt mit Lösungsmitteln, Beizen, Klebstoffen – ein chemisches Risiko, das nicht unterschätzt werden darf.

In all diesen Fällen ist der richtige Handschuh nicht unbedingt der dickste; er ist derjenige, der die Fingerfertigkeit erhält und gleichzeitig ausreichenden Schutz bietet. Ein zu steifer Handschuh wird garantiert nach zehn Minuten ausgezogen!

2. Tatsächliche Risiken und was die Normen aussagen

Mechanische Risiken am häufigsten Heimwerkerprojekten . Sie werden in der Norm EN388 berücksichtigt, die Handschuhe anhand von vier Kriterien mit einer Bewertung von 0 bis 4 prüft: Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Reißfestigkeit und Durchstoßfestigkeit.

Wählen Sie die Handschuhe entsprechend dem Risiko, das mit den Heimwerkerprojekten verbunden ist

Bei Arbeiten mit aggressiven Haushaltsprodukten (Abflussreiniger, Abbeizmittel) kommt die Norm EN374 zum Tragen: Sie regelt die Beständigkeit gegen das Eindringen und die Permeation von chemischen Substanzen.

Am Arbeitsplatz verpflichtet das französische Arbeitsgesetzbuch (Artikel R.4321-4) Arbeitgeber zur Bereitstellung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA). Für Heimwerker ist dies selbstverständlich und dient der Vermeidung von Schnittverletzungen.

3. Die Folgen mangelhafter Ausrüstung

Ein schlecht sitzender Handschuh ist oft schlimmer als eine falsche Sparmaßnahme!

In Frankreich sind laut INRS-Daten etwa ein Drittel aller Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfall auf Handunfälle zurückzuführen, deren Folgen von einfachen Schnittverletzungen bis hin zu Sehnenrissen reichen.

Auf menschlicher Ebene: Schmerzen, Arbeitsunfähigkeit, mitunter langwierige Rehabilitation. Auf wirtschaftlicher Ebene für Freiberufler und Handwerker: Arbeitsausfall, medizinische Versorgung, potenzielle Haftungsrisiken.

Und zu Hause? Unfälle, die dank der richtigen Ausrüstung vermieden werden, tauchen zwar nicht in der Statistik auf, bedeuten aber weniger Stiche, weniger Notfälle und weniger Wochen voller Beschwerden.

4. Wie man auswählt: die richtigen Kriterien in der richtigen Reihenfolge

Hier ist eine einfache Methode, um Fehler zu vermeiden:

Was Sie überprüfen müssen

  • Art des Risikos: Mechanisch, chemisch, thermisch oder gemischt
  • Anwendbare Normen: EN388 (mechanisch), EN374 (chemisch), EN407 (thermisch)
  • Materialien: Nitril (chemisch + mechanisch), Leder (Abriebfestigkeit), Latex (Gewichtsminderung), Kevlar (Schnittfestigkeit) usw.
  • Indexstufe: Lesen Sie das Piktogramm und die Zahlen auf dem Handschuhetikett
  • Die Präzision der Arbeit: Dicke und Tastsensibilität entsprechend der geforderten Genauigkeit
     

Für vielseitige Heimwerkerarbeiten reicht ein mit Nitril oder Latex beschichteter Textilhandschuh für die meisten gängigen Anwendungsbereiche aus.

Für Schneidarbeiten oder die Handhabung scharfer Materialien sollten Sie schnittfeste Handschuhe der Schutzklasse C oder D (neue EN 388:2016) wählen. Beim Umgang mit Chemikalien bieten Nitrilhandschuhe ein breites Schutzspektrum. 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der beste Handschuh ist der, den man behält!

Die Wahl Schutzhandschuhe für Ihre Arbeit und Heimwerkerprojekte erfordert zunächst die Ermittlung des Risikos und anschließend das Finden eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Schutz und Tragekomfort. Ein Handschuh, der aufgrund von Unbehagen ausgezogen wird, bietet keinen Schutz mehr.

Ein oft übersehener, praktischer Tipp: Achten Sie auf die Größe! Zu große Handschuhe rutschen und schränken die Fingerfertigkeit ein, zu enge hingegen ermüden die Hand und verursachen Krämpfe. Die meisten Marken bieten Größen von S bis XL an, nehmen Sie sich also Zeit für die Auswahl.

Und wenn Sie sich eines merken sollten: Die Norm EN388 ist Ihr Kompass für alle mechanischen Risiken. Alles Weitere ist eine Frage der Anwendung und der Konstruktionserfahrung.

Wissen Sie, welches Risiko Sie in Ihrer Werkstatt am meisten unterschätzen?

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